Qualitätssicherung im Gesundheitswesen. Eine Satire von Richard Krause

Ist was? Ja doch, laut dem Bundesanzeiger soll das Qualitätsmanagement (QM) in Praxen und Krankenhäusern nunmehr Sektoren übergreifen, BAnz AT 15.11.2016 B2. Wenn Sie die Bekanntmachung nicht gelesen haben sollten, ist das keine Schande. Der Bundesanzeiger wird vorwiegend von Archivaren und Menschen mit Einschlafstörungen bezogen. 

Jedenfalls ist das QM in der Medizin bitter nötig. Die Fachkenntnisse der Weisskittel scheinen erbärmlich zu sein, wie eine Stichprobe unter Zahnärzten belegt. Keiner der Spezialisten konnte eine einfache Frage aus ihrem Fachgebiet („Wie viele Zähne hat eine deutsche Standardbriefmarke?“) richtig beantworten. Und wer kennt sie nicht, die Ärzte, die das Becken für ein Schlaginstrument halten? 

 

Im Vergleich sind Flugzeugführer viel weiter. Eine sicherheitstechnische Prüfung des Fluggerätes vor jedem Start ist Standard. Gut, damit wurde keiner der bisherigen Abstürze vermieden. Jedoch ist den Flugkapitänen bisher kein Behandlungsfehler unterlaufen. Eine Erfolgsbilanz, die förmlich danach schreit, sektorenübergreifend auf die Medizin übertragen zu werden. Deswegen sollten auch Ärzte vor einer Behandlung sicherheitstechnisch überprüft werden.

 

Das schwächste Glied bei der Behandlung ist naturgemäß der Kranke. Zur Verbesserung ihrer Erfolgsbilanz sollten sich die Mediziner künftig nur noch an gesunden Menschen abarbeiten. 

 

Es genügt nicht zu wissen, man muss es auch tun. Vorbildlich ist deswegen eine Kooperation von chirurgischen Kliniken mit dem nächstgelegenen Flughafen. Im Patienten vergessene Teesiebe, Mobiltelefone, Rohrzangen und Waschmaschinen werden mittels dortiger Sicherheitsschleusen zeitnah erkannt und eine Ersatzbeschaffung dieser Güter entbehrlich.

 

Wie geht es weiter mit der Medizin? Das ist Schnee von morgen. Lassen Sie sich ins Krankenhaus einweisen und bleiben Sie gespannt! 

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